Nicht von gestern

Großeltern von heute - modern, aktiv und wichtig für die Familie

Oma_BeitragRespekt! Endlich – mit 98 verwirklichte sich eine ältere Dame ihren Traum von der Promotion. So sind sie, die neuen Omas und Opas unserer Zeit. Vielfältig interessiert, aktiv und – ja – und immer noch wichtig für Ihre Enkelkinder. Eine Oma, die ihren Enkel anruft, um sich das neuerworbene Smartphone erklären zu lassen. Oder der Opa, der Fußballtipps gibt und geduldig im Tor steht. So sehr sich das ganze Konstrukt Familie in den letzten Jahren auch geändert hat, so sehr hat sich auch die Großelternkompetenz erweitert. Längst sind die neuen Großeltern raus gewachsen aus der reinen Babysitter-Rolle. Stimmt das Verhältnis, sind sie tapfere Vokabel-Abfrager, Shoppingbegleiter, Abends-vom-Konzert-Abholer, Ferienlager und nicht selten die Ausruhnische zwischen überzogenen Elternehrgeiz und manchmal sinnlosem Regelaufgebot.

Bambolino stellt Ihnen in dieser Ausgabe Frauen vor, die Ihre Großelternschaft ganz unterschiedlich leben, aber alle eines gemeinsam haben: Sie sind wichtig für Ihre Enkelkinder und genießen dies auch!

 

Gonny Albrecht mit hren Enkelkindern Anais (7 J.),  Sibylle (5 J.) und Nils (1 J.)

„Meine Tochter lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Paris.  Wir sehen uns zwar regelmäßig, aber den Alltag mit meinen Enkeln vermisse ich schon. Die Zeit vergeht sehr schnell, und wenn man sich nur ab und zu sieht, werden die Kinder schneller groß und die Interessen verändern sich dann natürlich auch immenser. Umso mehr genieße ich es, wenn wir uns im Sommer immer drei Wochen am Stück sehen. Meist besuchen sie uns, denn wir leben in einem großen Haus mit Garten. Die Kinder haben keine Anlaufschwierigkeiten, fremdeln nicht und genießen die gemeinsamen Tage genauso wie mein Mann und ich. Ich nehme mir dann natürlich alle Zeit der Welt und gehe mit Ihnen viel auf Spielplätze, denn in Frankreich gibt es wenig öffentliche Spielplätze und sogar Kindergärten sind sehr dürftig ausgestattet. Da kann ich als deutsche Oma natürlich prima punkten. Der Abschied von Deutschland ist nicht selten tränenreich. Ein anderer Fixpunkt ist das gemeinsame Weihnachtsfest. Dann leben die alten Bräuche, die wir mit unseren Töchtern schon gepflegt haben, wieder auf. Das genießen wir alle sehr!“

 

Sigrid Karl mit ihren Enkelsöhnen Felix (17),  Mikesch (14), Fabian und Hannes (15)

„ Ich erlebe mit meinen Enkeln zwei Kontrastprogramme. Felix und Mikesch leben mit ihren Eltern sehr für sich in New Mexiko. Die Jungs wurden bisher von ihrer Mutter selbst unterrichtet und sind sehr naturverbunden aufgewachsen. Computer, Facebook oder gar Skype, sonst gut zum Überbrücken von Distanzen und Kontakthalten, kommen also gar nicht in Frage. Seit einiger Zeit besucht Felix nun ein College, so dass ein mehr oder weniger regelmäßiger eMail-Kontakt stattfindet. Dennoch habe ich mit den beiden ein inniges Verhältnis – wir sehen uns regelmäßig einmal pro Jahr. Und dann verwöhne ich sie natürlich auch gerne. Die Zwillinge Fabian und Hannes leben wie ich in der Nähe von Bamberg. Sie unterstützen mich liebevoll, wenn ich Computerfragen habe oder mein Smartphone eingerichtet werden muss. Aber natürlich haben sie auch ihren Alltag mit Schule und Freunden – da ist man als Oma natürlich nicht immer an erster Stelle. Das ist allerdings kein Problem für mich. Im Gegenteil – ich bin froh, dass ich mit der Erziehung nichts mehr zu tun habe und mein eigenes, sehr abwechslungsreiches Leben leben kann. Wenn wir aber alle zusammen sind, haben wir auf jeden Fall immer sehr viel Spaß!“

 

Marga Mahr mit ihren Enkeltöchtern  Leonie (9), Selina (8), Merle (6) und Fabienne (9 Monate)

„Mein Mann und ich wurden in die Betreuung von Anfang an eingebunden. Das hat uns schon sehr gefreut, da die Zeit doch sehr schnell vergeht. Pro Woche haben wir einen festen Nachmittag. Dann holen wir die Kinder von der Schule ab, essen gemeinsam und machen zusammen Hausaufgaben.  Da bin ich dann auch schon mal streng und lasse wieder etwas wegradieren, wenn es nicht ordentlich ist. Ist alles erledigt, gibt es erstmal eine Belohnung, meist etwas Süßes. Dabei besprechen wir, was wir noch unternehmen.  Ich freue mich natürlich, wenn die Kleinen schwärmen „Oma, Ihr macht immer so tolle Sachen mit uns!“. Aber ich muss auch sagen, dass mein Mann die Zeit mit seinen Enkeltöchtern sehr genießt. Die eigenen Kinder hat diese Generation ja nicht heranwachsen sehen – mein Mann war beruflich auch sehr viel unterwegs. In den Ferien unternehmen wir regelmäßig Tagesausflüge. Natürlich fällt es uns leichter, alles stehen und liegen zu lassen, wenn die Kinder da sind. Ich bin zwar noch berufstätig, aber zeitlich flexibel – so dass ich meine Arbeit auch am nächsten Tag noch nachholen kann. Ich genieße die Zeit mit ihnen und ich freue mich sehr, dass wir so ein fester Bestandteil ihres Lebens sind. Übernachtungen und ein gemeinsames Weihnachtsfest sind schöne Rituale, die wir alle sehr genießen.“

 

In einer aktuellen mehrfamilie.de- Umfrage „Wie wichtig sind Großeltern für Ihr Familie?“ sprechen sich 92% aller Teilnehmer dafür aus, dass Oma und Opa ein fester Bestandteil des  gemeinsamen Familienlebens sind. Nur 8% hingegen sind der Meinung, dass ein Besuch ab und zu ausreichend ist und die Großeltern sich weitestgehend aus der Erziehung heraushalten sollten.

Möchten auch Sie mitdiskutieren? Dann nehmen Sie teil an der „Umfrage des Monats“ auf www.mehrfamilie.de