Schulen in Bamberg und Umgebung
Für viele bricht nun das letzte Kindergartenjahr an, und damit rückt auch die Entscheidung immer näher, welche Schule die künftigen Erstklässler besuchen sollen. Die schulische Landschaft in und um Bamberg ist in den letzten Jahren sehr vielfältig geworden. Um den Überblick zu erleichtern, stellt Bambolino vier Schulen vor, die sich als Alternative zur Regelschule anbieten.
Private Montessori-Grundschule Bamberg
Was zeichnet die Schule aus
Der Grundgedanke von Maria Montessori „Hilf mir es selbst zu tun“ trägt die Schule seit dem Schuljahr 2003/04 erfolgreich. Die Lerninhalte einer Regelschule werden hier mit der Montessori-Pädagogik vermittelt. Die Pädagogen und Lehrer unterstützen die Kinder darin, dass diese in ihrem eigenen Lerntempo vorgegebene und selbst gewählte Lerninhalte eigenständig erarbeiten können. Richtlinie ist der bayerische Lehrplan für Grundschulen. In Bamberg werden Grundschüler in jahrgangsübergreifenden Klassen unterrichtet. Die Montessorischule in Bamberg hat eine ähnliche Übertrittsquote an Gymnasium und Realschule wie eine Regelschule. Etwa 20 bis 30 % aller Schüler eines Jahrgangs schlagen den alternativen Schulweg mit Montessori-Sekundarstufe ein. Seit drei Jahren besteht die Möglichkeit, ab der 5. Klasse die weiterführende Montessorischule in Forchheim zu besuchen.
Lehr- und Lernalltag
Der Tag startet mit einem Morgenkreis oder mit Freiarbeit. Zwei Lehrer sind in der Regel für eine Klasse, die 20 bis 25 Kinder umfasst, Ansprechpartner. Dann gehen alle gemeinsam in die große Pause, die eine halbe Stunde dauert. Eine kleine Pause kann jede Jahrgangsstufe individuell einbauen. Einmal pro Woche findet ein „Fachtag“ statt, der die Fächer in verschiedenen Bereichen, so z. B. Englisch (ab der ersten Klasse), Sport, Werken etc. bündelt. Pro Halbjahr können die Kinder eine gesonderte Neigungsgruppe aus dem musischen Bereich, wie z.B. Chor, Percussion, Orchester etc. wählen. Ab der 3. Jahrgangsstufe wird die Struktur der Wissensvermittlung enger festgelegt und durch abstraktere Übungsformen und mehr gebundenen Unterricht ergänzt.
Schulzeiten
Der Unterricht beginnt um 8 Uhr und endet um 13 Uhr. Durch den Musikschwerpunkt haben die Kinder der Montessori-Grundschule Bamberg bereits zwei Stunden mehr Unterricht als in der Regelschule. Eine Frühbetreuung findet ab 7.30 Uhr statt. Die Mittagsbetreuung inklusive Mittagessen kann flexibel entweder bis 14 Uhr oder bis 15.30 Uhr gebucht werden.
Anmeldung
Pro Jahrgang nimmt die Montessori-Grundschule Bamberg 20 bis 25 Kinder aus Stadt und Land auf. Der Quereinstieg ist nach Rücksprache bis zur dritten Klasse möglich. Im Herbst findet ein allgemeiner Infoabend und im Januar ein Tag der offenen Tür statt. Interessierte Eltern können an einem unverbindlichen Eltern-Tagesseminar (Voraussetzung für eine Anmeldung) teilnehmen. Das Schulgeld von 143 € wird monatlich erhoben. Darin enthalten sind bereits alle Kosten für Projekte, Lesungen, Wandertage usw. Geschwisterkinder zahlen 80%.; Schulgeldermäßigungen aus anderen Gründen sind auf Antrag möglich. Zu Beginn fällt eine einmalige Verwaltungsgebühr von 1.500 € an. Darüberhinaus ist der Elterneinsatz von 60 - für Alleinerziehende 36 - Stunden pro Jahr Pflicht. Für die Mittagsbetreuung und Nachmittagskurse fallen Extrakosten an.
Infokasten
Private Montessori-Grundschule Bamberg, Jakobsplatz 9, 96049 Bamberg,Tel: 0951 2971427, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. , www.montessori-bamberg.de
Literaturempfehlung:
Ingeborg und Jürgen Müller-Hohagen, „Montessori – das Richtige für mein Kind?“, Kösel, 978-3-466-30792-0
Johannes-Schule, Scheßlitz
Was zeichnet die Schule aus
Die Johannes-Schule arbeitet auf der Grundlage der anthroposophischen Heilpädagogik nach dem Menschenbild Rudolf Steiners. Der Grundgedanke ist, dass jedem Kind, egal wie schwer behindert, ein gesunder Wesenskern inne wohnt, den die Pädagogen versuchen zu erreichen. Damit wird die Gesamtpersönlichkeit angesprochen und gefördert.Vor der Einschulung können Kinder bereits ab dem 3. Lebensjahr die schulvorbereitende Einrichtung (SVE) besuchen.
Lehr- und Lernalltag
Es wird auf der Grundlage des Waldorflehrplans unterrichtet, der für die Johannes Kinder modifiziert wird. Dadurch wird an die Kinder für jedes Lebensalter der passende Lehrstoff herangetragen. Darüber hinaus bieten wir folgende Therapien an: Sprachtherapie, Eurythmie, Heileurythmie, Krankengymnastik, Ergotherapie.
Schulzeiten
Die Johannes-Schule ist eine Ganztagsschule mit integrierter heilpädagogischer Tagesstätte. Der Unterricht beginnt um 08.30 Uhr und endet um 12.45 Uhr. Nach einem gemeinsamen Mittagessen, das täglich frisch von der Sozialtherapeutischen Gemeinschaft Maria-Ward-Haus Scheßlitz zubereitet wird, besuchen die Kinder bis 16.00 Uhr die heilpädagogische Tagesstätte. Die Schüler werden mit dem Johanniter-Fahrdienst in Kleinbussen zu Hause bei den Eltern abgeholt und auch wieder zurück gebracht.
Anmeldung
Beim Kind muss ein sonderpädagogischer Förderbedarf vorliegen. Bei Interesse können sich die Eltern jederzeit direkt an die Schule wenden. Willkommen sind hier auch Quereinsteiger.
Infokasten
Johannes-Schule Scheßlitz, Privates Förderzentrum – Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, Am Brand 2, 96110 Scheßlitz, Telefon: 09542 -70234, Ansprechpartner: Frau Karin Fischer, www.johannes-schule-schesslitz.de, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. , Bericht in Bambolino Nr. 39/2009
Freie Waldorfschule in den Mainauen, Haßfurt
Was zeichnet die Schule aus
Lernen mit Kopf, Herz und Hand ist das Motto der Freien Waldorfschulen. Der Lehrer bietet den Weg an, der Schüler entdeckt für sich z.B. die Welt der Buchstaben. Methodisch ist der Unterricht eng an den kindlichen Entwicklungsphasen orientiert. Seit 2000 wird nach der Pädagogik Rudolf Steiners in der Freien Waldorfschule in Haßfurt unterrichtet. Das Schulgebäude erstreckt sich über einen Alt- und Neubau umgeben von einem großzügigen Außenareal. Erstmals konnte 2010 eine 13. Klasse erfolgreich zum staatlichen Abitur geführt werden. Die Schule wird vom Lehrerkollegium in Selbstverwaltung zusammen mit den Eltern geführt. Viel Wert wird auf den Erwerb von Sozialkompetenz in einer möglichst stabilen Klassengemeinschaft gelegt.
Lehr- und Lernalltag
Der Tag startet mit dem 100 minütigen Hauptunterricht. Es wird in Epochen von vier Wochen unterrichtet – d. h. im Hauptunterricht wird in dieser Zeit Rechnen gelehrt, dann folgen vier Wochen Schreiben. Der Hauptunterricht beginnt mit dem sog. Rhythmischen Teil, der Singen, Gedichte rezitieren und in den unteren Klassen Bewegungsübungen beinhaltet. Danach wird im Lernteil mit dem Kopf gearbeitet, bevor am Ende in den Klassen 1-8 der Erzählteil den Hauptunterricht abrundet. Nach einer Pause von 20 Minuten findet der Fachunterricht statt – Musik, Religion, Sprachen (Englisch und Französisch ab der ersten Klasse), künstlerische und praktische Fächer wie Malen, Werken und Gartenbau. Ab der 8. Jahrgangsstufe werden Jahresarbeiten angefertigt, die öffentlich präsentiert werden. Ab der 9. Jahrgangsstufe wird das Schuljahr durch verschiedene Praktika ergänzt – z.B. auf landwirtschaftlichen Höfen im In- und Ausland. Unterrichtet wird nach dem Waldorf Lehrplan; In Klasse 12 und 13 werden die Schüler nach staatlichem Lehrplan auf den Realschulabschluss oder das Abitur bei Eignung und Wunsch vorbereitet und legen diese dann extern ab. Nach zwölf Jahren schließt man mit dem Waldorfabschluss ab.
Schulzeiten
Schulbeginn ist um 8 Uhr und endet in den unteren Klassen um 13 Uhr, in höheren um 15 Uhr. Mittagsbetreuung mit warmen Mittagessen wird angeboten. Durch die Sprachen und den vielfältigen Fachunterricht haben die Waldorfschüler in den unteren Klassen bereits eine höhere Wochenstundenzahl als an einer Regelschule. Fahrschüler werden zu Bussen und Zügen begleitet bzw. von dort abgeholt.
Anmeldung
Jedes Kind hat Zugang zu der Freien Waldorfschule in Haßfurt. Ein Aufnahmegremium entscheidet nach einem ausgearbeiteten Aufnahmekonzept über die Aufnahme. Quereinstieg ist jederzeit möglich, das Kind muss allerdings einen ein-wöchigen Probeunterricht absolvieren. Der Elternbeitrag wird nach einem Finanzgespräch festgelegt. Da das soziale Miteinander auch von den Eltern mitgetragen werden soll, werden Eltern – je nach Kompetenz – in verschiedene Arbeitskreise eingebunden.
Infokasten
Freie Waldorfschule in den Mainauen, Am Ziegelbrunn 10, 97437 Haßfurt, Tel.: 09521 610657, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. , www.waldorfschule-hassfurt.de,
Literaturempfehlung
1) Johannes Kiersch, „Die Waldorfpädagogik“ Eine Einführung in die Pädagogik Rudolf Steiners, ISBN 3-7725-1247-X
2) Pädagogischer Auftrag und Unterrichtsziele - vom Lehrplan der Waldorfschule, ISBN: 3-7725-0269-5
Martin-Wiesend-Schule, Bamberg
Was zeichnet die Schule aus
Jedes Kind erhält einen individuellen Förderplan, der zweimal pro Jahr erneuert wird. Die Unterrichtsprinzipien sind Individualisierung und Differenzierung, der Unterricht ist also entwicklungsorientiert gestaltet. Da die Klassen sehr klein sind, ist eine gute Einzel- und Gruppenförderung möglich. Das Verhältnis zwischen Pädagogen und Schülern ist sehr persönlich. Die Schule gliedert sich in die Schulvorbereitenden Einrichtungen (SVE) in Stadt und Land, Grundschule und Teilhauptschule mit Förderschwerpunkt (FS) Sprache oder Lernen/Entwicklung bis zur 9. Klasse. Die Martin-Wiesend-Schule bietet den Besuch bis zur 6. (FS Sprache) bzw. 9. Klasse an. In den Jahrgangsstufen 7 bis 9 wird gezielt Unterstützung zur Berufsorientierung in Form von Praktika (in Kooperation mit Firmen) und Berufseinstiegsbegleiter angeboten.
Lehr- und Lernalltag
In der SVE werden die Gruppen von einer Erzieherin mit Zusatzausbildung und einer Differenzierungskraft betreut. Kinder, die die SVE besucht haben, können sowohl an eine Regelschule als auch an die Martin-Wiesend-Schule (bei sonderpädagogischem Förderbedarf) wechseln. Die Grundschule gliedert sich in die zwei FS Sprache und Lernen/Entwicklung. Kinder mit FS Sprache werden nach dem bayerischen Grundschullehrplan unterrichtet - jedoch mit anderer Methodik. Kinder mit FS Lernen/Entwicklung nach dem Lehrplan zur Lernförderung. Durch die zwei FS ergibt sich ein komplexes Schulsystem, das je nach den individuellen Förder-Bedürfnissen der Kinder verschiedene Schulstufen umfasst. Schüler mit FS Sprache steht nach der 2.,4. oder 6. Klasse der Schulwechsel an alle weiterführenden Schulen offen. Die Stundengestaltung ist wie in der Regelschule im 45 Minuten-Takt, wobei in der Eingangsstufe drei Förderstunden mit doppelter Lehrerbesetzung abgehalten werden.
Schulzeiten
Schulbeginn in der SVE und Grundschule ist 8 Uhr. Die SVE-Kinder werden von den Basel-Bussen gebracht und um 13 Uhr wieder abgeholt. Ab der 5. Klasse gibt es in manchen Klassen zusätzlichen Nachmittagsunterricht. Die Pausenregelung ist wie in der Regelschule. Es gibt ein flexibles Mittagsbetreuungsmodell mit Mittagessen, das nach Bedarf gebucht werden kann. Kinder mit FS Sprache können heilpädagogische Tagesstätte mit Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung und Zusatzförderung besuchen. Seit dem Schuljahr 2009/2010 gibt es ab der 6. Jahrgangsstufe Ganztagsklassen.
Anmeldung
Grundvoraussetzung jeder Anmeldung – egal, welcher Förderschwerpunkt – ist die Beratung in der Martin-Wiesend-Schule. In der Beratung wird nach individuellen und standardisierten Methoden geprüft, in welchem Umfang und in Bereich ein Förderbedarf vorliegt. Die Martin-Wiesend-Schule pflegt intensiven Kontakt mit Regel-, Förderschulen, Ärzten, Therapeuten und öffentlichen Stellen.
Infokasten
Martin-Wiesend-Schule, Privates Sonderpädagogisches Förderzentrum, - SVE, Oberer Stephansberg 44, 96049 Bamberg, Tel.: 0951 50 55 59, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. , Ansprechpartner: Monika Boger, Konrektorin, Erfahrungsbericht in Bambolino Nr. 42/2010
