Ein sicheres Dach für Eltern und Kinder
Das neue Bamberger Baby & ElternZentrum verbindet Begleitung und Betreuung auf ganz besondere Weise
Was bitte ist ein Zentrum für Babys und Eltern? Diese Frage schwebte über den Köpfen unserer Redaktion, als wir von der Neueröffnung an der Promenade hörten. Inzwischen wissen wir die Antwort: Das ist eine tolle Sache. Ein völlig neues Angebot für alle werdenden und gewordenen Eltern in und um Bamberg, das in dieser Form auch deutschlandweit wohl nicht so häufig vorkommen dürfte.
Die freundlich-hellen Räume des Baby & Eltern Zentrums beherbergen die Arbeit von insgesamt zehn selbstständigen Hebammen und Therapeuten, die damit die komplette Bandbreite an Therapie- und Anwendungsformen und natürlich Informationen anbieten, die für werdende Eltern vor und nach der Geburt und in den ersten Lebensjahren ihres Kindes wichtig sind. „Wir haben einen Ort geschaffen, in dem wir all unsere Angebote gemeinsam unter einem Dach vereinen können“, freut sich Hebamme Margit Kolb, die gemeinsam mit der Logopädin Sabine Belling die Idee initiierte und umsetzte. „Wir kannten uns alle untereinander und hatten uns auch schon immer wieder gegenseitig unterstützt. So kam der Gedanke auf, als Gruppe interdisziplinär zu arbeiten. Doch zuerst dachten wir beide, dass sich dies gar nicht umsetzen lässt.“ Falsch gedacht. Keine sechs Monate später war die Sache perfekt: Bereits im November konnte das Zentrum Eröffnung feiern und Eltern ein breites Spektrum bieten.
So befindet sich im Angebot der Hebammen z.B. Akupunktur durch Margit Kolb und Gisela Meusel (außerdem QiGong und Tuina-Massage) oder klassische Homöopathie durch Kerstin John und Ulrike Pfannenmüller. Martina Steck ist zusätzlich ausgebildet als Ernährungsberaterin und SAFE Mentorin. Auf der therapeutischen Seite gibt es neben der Physio- und Logopädie ebenfalls spezialisierte Themenfelder. So ist Logopädin Sabine Belling auch Castillo Morales-Therapeutin, während die Ergotherapeutin Michaela Albert die Entwicklungs- und Lerntherapie nach PäPKi anbietet. Auch die verschiedenen Schwerpunkte der drei Physiotherapeuten ergänzen sich vielseitig (weitere Details siehe im Text unten!).
baDiese neu konzipierte Kooperation von Hebammen und Therapeuten zu einer gemeinsamen Anlaufstelle für Eltern zeigt Modellcharakter. Auch, wenn das gemeinsame Wirken alle vor neue Herausforderungen in Organisation und Timing stellt, da ja jeder parallel noch seine Arbeit in der eigenen Praxis weiterführt. Trotzdem empfinden alle die Kooperation als bereichernd. „ Man geht innerlich einen Schritt raus aus dem eigenen Thema und erweitert seinen Horizont“, beschreibt Hebamme Kerstin John die neue Erfahrung. Und Osteopathin Michaela Wurm ergänzt: „Mit Kindern zu arbeiten, ist immer umfassend, und nun habe ich den Austausch und Kontakt mit den anderen Gebieten praktisch gleich nebenan.“ So habe sie z.B. mal ein Baby osteopathisch behandelt, bei dem ihr auffiel, dass es immer wieder die Zunge so seltsam vorstreckte. Kurzerhand fragte sie bei Sabine Belling an, die sich auf das Therapiekonzept nach Castillo Morales spezialisiert hat, und schnell weiterhelfen konnte.
Unterstützung bei Schwangerschaft, Geburt & danach
Die fünf Hebammen bieten Eltern in dem großen gemütlichen Gruppenraum alle Angebote rund um Schwangerschaft, Geburt und Säuglingspflege. Dazu gehören Geburtsvorbereitungskurse für Frauen und Paare, Rückbildungskurse sowie Nachsorge und Hausbesuche, aber auch besondere Themen, wie das Tragetuch, Babymassage oder Fitness für Mütter, Stillvorbereitung, Schwangerschaftsgymnastik oder Beckenboden. Dank der diversen Zusatzausbildungen seiner Hebammen finden sich auch PEKIP, Ernährungsberatung und Bonding ( = sichere Bindung zwischen Eltern und Baby) im Zentrums-Programm. Hebamme Martina Steck z.B. bietet sowohl Kurse zum Bonding als auch zum „Paar bleiben“ für Eltern an. Außerdem wirkt die medizinische Ernährungsberaterin auch als Metabolic Balance-Beraterin und informiert vom Abstillen bis zum Zufüttern über alle Fragen rund um das Thema Lebensmittel. Kerstin John arbeitet nicht nur als Hebamme, sondern ist auch als Heilpraktikerin und kann so für Eltern und Kind eine homöopathische Behandlung bei einem breiten Spektrum von Krankheiten anbieten, für Frauen z.B. bei unerfülltem Kinderwunsch, Essstörungen oder Ängsten und bei Babys und Kindern bei Allergien, Neurodermitis, chronischer Infektanfälligkeit, Verhaltensauffälligkeiten, ADS/ADHS, Schlafstörungen oder Bettnässen.
Einige der Kurse richten sich gezielt nicht nur an die werdenden Mütter, sondern an Paare oder auch an die werdenden Väter, wie z.B. „Warum falle ich nicht um? Vorbereitung auf den Kreissaal“. Margit Kolb: „Das Thema „Paar bleiben als Eltern“ ist einer unserer Schwerpunkte, und wir bieten auch Paarberatungen an.“
Therapeutische Hilfe bei der Entwicklung
Durch die Präsenz der fünf Therapeuten im Zentrum können sich Eltern frühzeitig vergewissern, falls sie befürchten, dass sich ihr Kind nicht völlig gesund entwickelt. Michaela Albert hat sich auf die Entwicklungs- und Lerntherapie nach PäPKi spezialisiert und unterstützt damit Säuglinge und Kleinkinder, bei denen z.B. der neuromotorische Aufrichtungsprozess Abweichungen aufweist. Bei den Physiotherapeuten behandelt Michaela Wurm als Kinder-Osteopathin bei Babys z.B. Asymmetrien und Bewegungseinschränkungen des Kopfes, aber auch Muskelverspannungen und Verdauungsbeschwerden. Kollegin Olga Westerlink arbeitet hingegen mit der Haptotherapie, die das Empfinden des Körpers und den Kontakt durch Berührungen in den Mittelpunkt stellt. Dies wird als haptonomische Schwangerschaftsbegleitung sowohl vor der Geburt angewandt und auch danach, gemeinsam mit dem neugeborenen Baby. Die haptonomische Schwangerschaftsbegleitung will Eltern und Kind Vertrautheit und Sicherheit fassbar und intensiv spüren lassen. Physiotherapeut Fritz Haag konzentriert sich wiederum auf die motorische Entwicklung von Kindern und arbeitet dabei mit Bobath, einer speziellen Physiotherapie für Babys und Kleinkinder. Die Schwerpunkte von Sabine Belling, Logopädin und Castillo-Morales-Therapeutin, liegen u.a. in der Beratung und Unterstützung bei funktionellen oder organischen Still-/Trinkproblemen, kindlichen Schluckstörungen, mangelnder Speichelkontrolle, fehlendem Mundschluss oder Fütterstörungen und natürlich in der logopädischen Behandlung aller anfallenden Störungsbilder.
Zusätzliches Fachwissen durch Gastdozenten Ihr gebündeltes Wissen ergänzen die zehn Therapeuten und Hebammen durch weitere Fachvorträge und auch Kurse externer Dozenten, wie z.B. Conny Bäuerlein zum Tragetuch oder Anette Fuhrmann zur Babymassage. Sabine Belling: „Unsere gute Zusammenarbeit ist ja bereits viele Jahre vor dem Beginn des Zentrums gewachsen. Jetzt sind die Wege einfach viel kürzer und der Kontakt klappt schneller.“ Alle Hebammen und Therapeuten begreifen die gemeinsame Arbeit im Babyzentrum als Chance, gegenseitig voneinander zu lernen. Die Freude an der gemeinsamen Arbeit lässt bereits kreative Visionen entstehen, wie sie z.B. Fritz Haag formuliert: „Ein großes Haus, in dem wir alle unsere Praxen haben und einen großen Raum für uns gemeinsam.“ Und auch von den Müttern und Vätern, die das Baby und ElternZentrum bereits regelmäßig in Anspruch nehmen, hören die Initiatoren nur positive Resonanz. „Eltern finden hier immer jemanden, der für sie da ist und im Gebrauchsfall auch hilft“, fasst Margit Kolb die positiven Reaktionen zusammen. „Der Anruf einer Mutter war besonders schön“, freut sich das Team. „Sie hat gesagt: Zum Glück gibt es so etwas endlich!“ (Kerstin Bönisch)
An jedem 1. Montag im Monat ist ein kostenloser Treff für Eltern und Babys von 15-17 Uhr. Aktuelle Termine: 12. April und 3. Mai 2010. Weitere Infos und alle aktuellen Termine & Kursangebote findet man unter: www.BabyundElternzentrum.de
Das Baby und ElternZentrum ist an der Promenadestr. 25 (2 Gehminuten vom ZOB), im 2. Stock. Tel. 0951-2979479.
